Mittwoch, 30. September 2009

Über Humor in Spielen

Ich habe mir gerade, angestoßen durch eine kleinen Gaming-Session, Gedanken über Humor in Spielen. Mal wieder...
Denn meiner Meinung nach ist Humor in Spielen immer ein Garant für Qualität. Klar, Spiele sehen gut aus, erzählen tolle Geschichten, spielen sich eingängig, sind ausbalanciert und so weiter. Doch wenn ein Spiel es schafft Humorvoll und Sympathisch zu sein, wenn der Umgang damit einfach natürlich und lustig, also angenehm ist, dann ist ein Spiel wirklich gut. Ungefähr so wie im Umgang mit Menschen. Die können noch so toll aussehen und von mir aus viel Geld haben, man hängt trotzdem nicht mit ihnen rum, wenn sie einfach total steif, spießig und eben nicht locker und humorvoll sind. Der sympathische, humorvolle Bekannte ist da definitiv die bessere Partie, auch wenn er 200 Pfunde zu viel drauf hat und den Staat anschnorrt, das ist allgemeiner Konsens denke ich. Doch wie entsteht Humor in Spielen, wie kann man ein Spiel sympathisch machen?

Als erstes natürlich einfach durch generellen Humor, sprich zum Beispiel lustige Charaktere, die abgedreht sind oder mal Witze erzählen. Das ist relativ klassisch und funktioniert, wenn man es richtig anstellt. Man kann den Effekt noch verstärken wenn man sich dabei des Settings bedient. Heute zum Beispiel lehrte mich ein weiser Meister in Naruto: 'Saving frequently is the way of the Ninja' (Womit mein heutiges Zitat auch schon abgehandelt wäre :P), was mich spontan zum Lachen brachte, da es einfach passte. Es hat das Setting des Spiels genutzt, dieses leicht karikatiert und somit bei mir für einen Lacher gesorgt und, was noch wichtiger ist, es hat mir gezeigt: Wir nehmen das ganze nicht so ernst, wir machen hier Spaß, das ist ein Spiel. Und das ist ganz wichtig. Es gibt einige wenige Spiele, denen die Ernsthaftigkeit steht, aber bei den meisten ist es die bessere und schönere Wahl, das Thema mit dem sie sich beschäftigen nicht allzu ernst zu nehmen. Wer möchte denn schon einen Wortkarten Ninja durchs Spiel steuern und an jeder Ecke darüber informiert werden, wie wichtig und ernst Ninja doch sind? Ich nicht.

Man kann Humor auch noch erzeugen indem man, durch viel Einsetzen der klassischen Methode, Insider entwickelt. Also Witze, die eben nur Spieler eines Spieles oder einer Spielereihe verstehen. So etwas wie "The Cake is a lie". Diese Methode ist super, denn sie erzeugt a) Lacher und b) Identifikation mit dem Spiel oder gar der Firma. "Hey, guck mal, die Entwickler sind voll sympathisch, die nehmen sich selber nicht so ernst und spielen immer wieder auf ihre Witze an" Ein weitere Vorteil ist, dass man die Witze noch lange recyclen kann und sie manchmal auch unabhängig von Spiel schnell bekannt und zur Legende werden (Beispiele zum Beispiel "Du kämpfst wie ein Bauer" "Volles Pfund aufs Maul" "Lass uns Wildschweine jagen"). Solche Insider werden durch die Community groß gemacht und sorgen so für viel Sympathie und Identifikation.

Und der dritte Weg, dem Spieler ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern ist diesen selber einzubinden. Genauso wie Helden, die mit sich selber reden und reflektieren kommt es super, wenn auf einmal ein Protagonist Richtung Spieler blickt und diesen zum Beispiel mit einem "Hey du Noob, wieso lässt du mich hier die ganze Zeit gegen die Wand rennen?" anblöfft. Diese Methode schafft vor allem den Eindruck: "Hey, wir Entwickler sind auch Zocker. Wir denken auch wie ihr und haben euren kranken Humor." Sie können so unheimliche Nähe zum Spieler schaffen, indem sie quasi direkt mit ihm kommunizieren.


Wenn man also ein Spiel entwickelt, sollte man darauf achten, einerseits natürlich grundsätzlich lustige Situationen einzubauen, diese aber auch an das Setting anpassen, definitiv nerdige Insider einbauen den Spieler ansprechen. Das ganze sollte man tun, indem man sich nicht zu ernst nimmt. Kommt dann noch ein zweites Spiel, indem man diesen Stil beibehält, hat man zum Beispiel schon eine große Stammkundschaft.

Soviel zumindest zu meiner (dank Schlafmangel recht groben und ungeordneten) Theorie über Humor in Spielen. Sicher nicht allwissend und erklärend, sicher nicht wasserdicht, aber sicherlich ein Ansatz, der euch Zutritt zu meinem kranken Kopf verschafft. Und das ist es doch, was euch zum Lachen bringt und euch dazu bewegt auch meine folgenden Texte zu kaufen oder nicht? ;)

Kommentare:

  1. Hui, selten schon soviel Gutes in einem so jungen Blog gelesen. Interessante Fakten und Ideen - wir wollen mehr! :)

    AntwortenLöschen
  2. als ich den anfang gelesen hab, musste ich sofort an "the cake is a lie" denken.
    aber in dem spiel kommen ja immer wieder solche versteckten großartigkeiten, also generell ein gutes beispiel.
    für das dritte fällt mir edna ein (schon am anfang, wo die da "von den machern, die monkey island gut finden" schreiben. (oder so ähnlich)), aber auch sonst wird man ja ständig von harvey angepöbelt, wenn man was dummes macht.
    interessanter ansatz.

    AntwortenLöschen