Dienstag, 2. Februar 2010

Es ist Sonntag

Es ist Sonntag. Tag 4 ohne Internet. Ich bin noch ruhig, ich zittere nicht, ich kann noch klar denken. Nein wirklich, anstatt das Internet zu vermissen und Arcor zu verfluchen freue ich mich sogar. Endlich mal wieder mehr Zeit für andere Dinge, zum Beispiel ein Buch lesen, oder mal wieder ein gutes Singleplayer-Spiel für einen langen Sonntag auspacken. Also ab zum Spiele-Regal, was liegt denn da noch rum?

Hmm ich hätte ja mal wieder Lust auf etwas RPG-ähnliches, Torchlight zum Beispiel. Das habe ich damals gekauft und sehr gemocht aber irgendwie liegen gelassen. Ach nein, ist ja Steam, ich habe ja kein Internet. Damit fällt der Modern Warfar 2-Singelplayer leider auch flach. Gut, wo war ich stehen geblieben? Achja, Rollenspiele mit Action. Ahhh, die Collector’s Edition von Fallout 3 lächelt mich an, super  Ab ins Laufwerk mit dem Silberling und Installieren. Gefühlte 20 Sekunden später spricht eine Stimme in meinem Kopf: Internetaktivierung… Da war doch was… Hmmm ich bin mir nicht mehr sicher, gucke also wieder in mein Spiele-Regal. Mass Effect? Naw, Online-Aktivierung…

Na gut, es reicht mir, was will ich mit RPG, ich spiele einfach alles. Mal sehen was ich da so habe… GTA IV – Online-Aktivierung; C&C Red Alert 3 – Securom; Half Life 2 Episode Pack – Steam; Bioshock – Online-Aktivierung;

Bin genervt. Möchte schnell eine Liste mit Spielen googlen, die ich ohne Internet spielen kann. Starte Firefox und merke in dem Moment mit einem bitteren Gefühl, dass das wohl nichts wird ohne Internet. Möchte meinem Freund eine Mail schreiben und ihn auf eine Runde Guitar Hero einladen. Ja, E-Mail. Ich weiß….

Rufe ihn an, doch er möchte lieber Heroes Of Newerth spielen. Ob ich denn nicht mitspielen möchte. Ich verzichte dankend und wende mich zähneknirschend wieder meinem Spieleregal zu. Nach zehn Minuten vergeblicher Suche und etwaigen Frustmomenten habe ich mich entschieden, ich spiele Tetris für den GameBoy. Oder Monkey Island 3. Oder Fifa 98. Oder Little Big Adventure 2. Oder ein andere von diesen alten Spielen, die in ihren großen, schönen Papp-Verpackungen noch in meinem Regal stehen. Sind zwar die ältesten, sehen aber noch am besten aus und vor allem laufen sie auch ohne Internet!

Überlege kurz ob eine Verschwörungstheorie dahinter steckt und ob die Provider den Publishern Geld bezahlen, damit diese die Spiele vom Internet abhänig machen. Verliere den Gedanken beim ersten Erklingen der Tetris-Melodie. Fange an zu spielen und denke nicht mehr über das Internet nach bis ich Abends bei einem guten Buch (Aus Papier und so, wirklich in die Hand genommen) einschlafe. Mein letzter Gedanke vor dem Einschlafen: Diesen Blog-Artikel zu schreiben und zu veröffentlichen wenn ich wieder Internet habe. Gute Nacht.

Kommentare:

  1. du bist nicht deine internetverbindung.
    du bist nicht dieser blog.

    aber du bist wirklich amüsant-lesenswert, wenn du verzweifelt bist.

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  2. Ich danke dir ;) Gut zu wissen, dass du meinen Humor herausgelesen hast ;)

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