Dienstag, 2. Februar 2010

Über Telefon-Hotlines

Mein Internet läuft nicht mehr. Nach einem Router-Reset funktionierte die Backup-Datei nicht mehr und ich habe die Zugangsdaten verlegt. Gut, rufe ich eben bei Arcor (mittlerweile Vodafone) an und plane mir die Daten zuschicken zu lassen. Gesagt getan, einige Computer-Ansagen und Testfragen später befinde ich mich in der wohl jedem bekannten Warteschleife.

Eine –ebenfalls gewohnt- penetrante Melodie versüßt mir das Warten auf einen Kundenbetreuer. Es ist 20:30 Uhr, eigentlich sollte ja nicht so viel los sein. Ich warte.

Ich warte immer noch, das Lied, welches übrigens nur 1 Minute und 17 Sekunden lang ist, habe ich schon über 10 Mal gehört.

Ich wache auf. Muss wohl eingenickt sein. Der Hörer ist mir von der Schulter gerutscht, das Gespräch läuft aber noch. Ich nehme den Hörer wieder zum Ohr und bin erleichtert: Nichts verpasst, nach wie vor die Dauerschleife. Ich warte weiter um dann einige Minuten später ein simples „Wir sind zur Zeit überlastet, bitte versuchen sie es später erneut“ zu ernten. Gutes Timing, wäre blöd wenn ich das verschlafen hätte.

Da lobe ich mir doch die Kollegen von Talkline, da bekommt man wenigstens 3 verschiedene Warteschleifen-Songs und noch dazu eine Ansage mit „Wir sind überlastest blabla“ nach schon 7 Minuten. Ich frage mich sowieso wer seine Lieder freiwillig für so einen Quatsch hergibt. Ich meine wenn man sein Lied einmal bei einer solchen Warteschleife laufen lässt, kann man doch einpacken oder? Niemand würde sich diese Lieder nach elendem Warten noch freiwillig anhören, man ist ja traumatisiert. Wenn solche Lieder also da landen, dann wohl weil sie so oder so auf den Müll gehören und sie niemand mehr kaufen wird. Wenn ich also irgendwann mal Musik mache und einer mein Lied bei einer Warteschleife hört, möge man mir Bescheid sagen, dass meine Karriere an diesem Punkt beendet ist.

Heute, 2 Tage nach meinen Anrufen, war ich übrigens im Vodafone-Shop. Dort erklärte ich mein Problem und ließ mir erklären, dass auch die Mitarbeiterin in der Zentrale anrufen müsste, anders ginge es eben nicht, doch sie kennt eine Nummer mit der es schneller geht. Sie zückt ihr iPhone und wählt umständlich eine Nummer. 2 Minuten später: Es klingelt. Ich kann hören, dass sie ebenfalls von einem Computer zugetextet wird und sehe wie sie Zahlen eintippt und auf einmal erklingt – Ich bin wirklich verwundert – eben die penetrante Melodie, die mich 2 Tage zuvor noch in den Schlaf gelullt hat. Tatsache, die bekommen doch wirklich denselben Quatsch zu hören wie wir Endkunden. Und das wohl mehrmals täglich, also das wäre nichts für mich. Immerhin, der nette Mitarbeiter, den wir nach nicht mal 2 Liedern an der Strippe haben sieht sich sogar dazu in der Lage uns die Eingangsdaten für den Internetanschluss direkt durchzusagen, der Postweg ist also gar nicht nötig. Langer Rede kurzer Sinn, ich bin wieder Online und werde in Zukunft Hotlines jeglicher Art meiden wo es nur geht.

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