Mittwoch, 10. März 2010

Mirror's Edge oder "Über gescheiterte Konzepte"


Habe mir nun endlich mal Mirror's Edge gekauft. Und vor 5 Minuten durchgespielt, nach ca. 5 Stunden Spielzeit. Nun ein kleines Fazit über ein typisches Spiel, dessen Konzept quasi genial, die Umsetzung dessen aber ehr schlecht als recht ist.

Mirror's Edge hat ja die Besonderheit, für alle unter Euch, die es nicht wissen, dass ihr die weibliche Protagonistin Faith, eine sogenannte Runnerin, in der Ego-Perspektive akrobatisch durch die Level steuert, wobei die Trendsportart Parkour im Mittelpunkt steht. Puristisches, modernes Design, kein Interface, kaum Waffen, ein bisschen Kampf und viel Gehüpfe mit einem ordentlichen Geschwindigkeitsgefühl. Als großer Parkour-Fan habe ich mich damals natürlich wie ein Schnitzel auf dieses Spiel gefreut, war aber abgeschreckt von einigen Punkten. Nun, nachdem ich es doch gespielt habe, haben sich genau diese Punkte befürwortet.


Warum Mirror's Edge den Ansprüchen nicht gerecht wird:

  1. Das Spiel ist zu kurz. Ich kann es verstehen, wenn ein Spiel "nur" 10 Stunden beschäftigt, wenn es dafür richtig gut oder innovativ ist, aber 5 Stunden auf "normal" ist wirklich alles andere als akzeptabel!
  2. Das Spiel motiviert nach der Kampagne eigentlich nur noch durch die Time-Challenges, die aber aufgrund des Flow-Problems (Siehe Punkt 4) mir persönlich nicht lange Spaß gemacht haben.
  3. Die Story ist a) absolut uneinfallsreich b) quasi überhaupt nicht wichtig c) schlecht inszeniert und d) wird nicht aus dem modernen Szenario geschöpft
  4. Das Balancing ist total daneben, aufgrund der teils komischen Kameraführung braucht man für manche Stellen 30 Anläufe, während man dann wieder eine Stunde rumläuft, ohne auch nur die geringsten Probleme zu haben. Noch dazu ist das Spiel dauerhaft gleich "schwer" und gegen Ende hin demnach deutlich zu leicht.
  5. Die Level sind teilweise zu linear aufgebaut, sprich es gibt vor allem in den Innenräumen einige Stellen, an denen ihr nur ein Weg zum Ziel habt und daher ist es schwer einen dauerhaften Flow zu bekommen und ein schönes Geschwindigkeitsgefühl zu bekommen.
  6. Nun könnte man noch die Klassiker wie teilweise unpräzise Steuerung, flacher Sound und mangelnde Spieltiefe bringen, aber ich mache hier mal Schluss...
Ihr seht, Mirror's Edge hat es nicht geschafft, mich zu überzeugen. Klar lag das sicher zu einem großen Teil auch an meinen hochgesteckten Erwartungen, aber wer eine so geile Idee für ein Spiel so halbherzig umsetzt, ist doch selber Schuld. Hoffentlich rutscht das Konzept nicht in die Versenkung, denn Parkour- oder Free Running-Spiele gibt es einfach quasi gar nicht (Bis auf Mirror's Edge und das ehr schlechte Free Running für PS 2 und PSP kenne ich keins).

Von daher: Für absolute Fans des Sports durchaus empfehlenswert, für alle anderen wenn dann nur als billiger Gebrauchtkauf. Aprospros, ich habe da was zu verkaufen...

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