Freitag, 3. Dezember 2010

Kurze Gedankensprünge über Humor

Hier stand vor 10 Sekunden noch ein 400 Wörter Eintrag über Stefan Raab. Interessant für mich, weil ich meine Gedanken niedergeschrieben hatte, aber definitiv langweilig zu lesen. Was habe ich also gemacht? Den Eintrag gelöscht und meine Gedanken über Humor herausgekramt. 

Eine Minute später bin ich hier, genau HIER, angekommen und möchte auf den Punkt des Lachens kurz eingehen. Humor ist ja bekanntlich wenn man trotzdem lacht, aber gerade das Lachen ist doch irgendwie eine komische Sache. Irgendwo ist Lachen doch eine serhr soziale Aktivität und hat mit Humor an sich nicht so viel zu tun oder? Ich meine, waurm lachen wir so selten, wenn wir alleine sind? Ich habe mir in den letzten Wochen angewöhnt, auch alleine zu lachen, und ehrlich gesagt macht das verdammt viel Spaß, auch wenn es irgendwie für Verwirrung sorgen kann. Aber trotzdem fehlt "etwas", man ist es einfach absolut nicht gewohnt ohne Gesellschaft zu lachen. Und ich frage mich hier warum.



Lachen wir etwa um anderen Bestätigung zu geben? "Dein Witz war gut!"? Möglich, unwahrscheinlich aber, lachen wir doch auch über Witze im Fernsehen und ähnliches Externes. Identifikation? "Wir lachen beide über einen Witz, haben also eine Übereinstimmung im Geschmack, wie cool!"? Auch sicherlich ein Teil, aber das kann doch nicht alles sein! Eventuell auch noch der Fakt, dass Lachen einfach kommunikativ ist, immerhin ist ein Gespräch definitiv lockerer, wenn die Beteiligten ausgelassen sind und lachen.
Aber obwohl das alles gute Gründe sind, erklärt sich mir noch nicht ganz, warum man in Gesellschaft ganz automatisch lacht und alleine eben nicht. Ist das Verhalten hier emotional bedingt oder durch unsere Konditionierung geschaffen? "Du bist ja komisch, du lachst wenn du alleine bist!"?

Fragen über Fragen, und im Moment das, was ich so denke, wenn ich alleine Lache. Und gerade muss ich ironischerweise schmunzeln bei der Vorstellung, was für ein Gesichtsausdruck (WTF? o.O) Ihr hattet, während Ihr diesen Eintrag hier gelesen habt :)

So, dieser Eintrag ist definitiv lesenswerter als der über Herrn Raab, ist er doch herrlich konfus, voller unbeantworteter und interessanter Fragen und vor allem: Persönlich! Back to the roots, so macht Schreiben unbeschreiblich (HAHA :D) viel Spaß!
Danke fürs Lesen :)
Phil

Kommentare:

  1. Eine Minute Lachen soll so erfrischend wie 45 Minuten Entspannungstraining sein. Wer sich also beim Lachen so richtig ausschüttelt, bewegt nicht nur die Mehrzahl der 21 Gesichts-Muskeln, nein, er kommt insgesamt auf bis zu 80 aktivierte Muskeln generell. O.o
    Für diese kurze Zeit gerät der Körper also in einen positiven Stress-Zustand, der unser Leben erfrischt und verlängert. :)

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  2. Also ich für meinen Teil lache öfters "alleine", nicht nur, wenn ich wirklich quasi RL-singleplayer bin (der einzige Spawn im Level / auf der Welt), sondern auch, wenn ich ohne Henchmen rumrenne. Interessante Frage, ob das 'ne Art Bestätigung ist .

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  3. ach und zu deiner Frage:
    Ich denke, dass Lachen ein Teil sozialer Interaktion ist.Wenn ich allein bin, schmunzele ich zwar über gelungene Witze, aber richtig schallend lache normalerweise auch ich nur in Gesellschaft.

    Übrigens hat man ähnliche Beobachtungen bei unseren nächsten Verwandten, den Schimpansen gemacht:

    Diese lachen, wenn sie miteinander spielen, als soziale Interaktion, nicht jedoch, wenn sie außen vor saßen und spielende Schimpansen nur beobachteten.

    Lachen ist also eine Form der Kommunikation und alleine mit sich selber zu kommunizieren ist etwas seltsam ^^

    Aber ich bin vollkommen dafür dass man auch wenn man allein ist ab und zu lachen sollte! =)

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  4. Tja Donny, vielleicht bist du ja schizophren und lachst nur um die Bestätigung deines schizophrenen Partners zu erlangen ;)

    @Anonym: Das mit der Interaktion ist ein guter Gedanke finde ich, immerhin drückt man mit Lachen oft mehr aus als durch Worte. Das erklärt auch, warum Kleinkinder sich da nicht drum scheeren, ob jemand dabei ist oder nicht :)

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  5. das mit den kleinkindern spricht etwas sehr entscheidendes an; lachen muss man lernen.
    ich hab so ein seminar namens "empathie und autonomie", in dem wir zufälligerweise gestern über das menschliche lachverhalten geredet haben.
    lachen ist eine reaktion, die nicht angeboren ist, also ganz klar soziales kommunikationsmittel. (irgendjemand hat da auch so ein besipiel gebracht, dass es eine gesellschaft gibt, in der lachen ein ausdruck des mitleidens und des entsetzens ist)
    so viel dazu.
    wenn man davon ausgeht, erklärt sich vielleicht auch, warum man sich unbedingt mitteilen möchte, sobald man lachen muss. es ist ein sehr lange einstudiertes mittel, um sich zu verständigen, auszutauschen und bestätigung zu bekommen, also ist das vermutlich eine automatische assoziation... ich werde zu dieser reaktion bewegt, also muss ich schnell checken, wie meine mitmenschen damit umgehen und ob meine reaktion angebracht war.

    ich kann übrigens aus eigener erfahrung bestätigen, dass man mit gesellschaftlichem unverständnis, wenn nicht sogar verachtung, zu rechnen hat, wenn man beispielsweise in einem bus voller fremder menschen plötzlich und ohne ersichtlichen grund loslacht.


    btw: good one

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  6. Dank dir :)
    Naja, das ist ein durchaus interessanter Ansatz, jetzt wird hier mal "fundiertes" Uni-Wissen mit eingebracht und meine Wald und Wiesen Philosophie :D Ich denke ich lache mit mir selber, weil ich auch mit mir selber spreche, könnte gut sein :) Trotzdem irgendwie schade, dass man eigentlich nur lacht um zu kommunizieren, dafür machts doch irgendwie zu viel Spaß :/
    Ich muss dran bleiben, eine Feldstudie wäre hier mal angebracht (an 30 verschiedenen öffentlichen Orten wie Bus, Bibliothek, etc. loslachen und die Umstehenden beobachten + eigenes Empfinden notieren) :D Mal sehen, ob ich die Muße dazu habe, ich werde natürlich berichten!

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