Dienstag, 17. Mai 2011

Strauss-Kahns Sexabenteuer oder auch - Pranger 2.0

Was gerade für ein Wirbel um den Sex-Skandal mit IWF-Chef Strauss-Kahn entsteht, ist ein perfektes, wenn auch trauriges, Beispiel für unsere heutige Presse. Versteht mich nicht falsch, ich bin kein Feind von investigativem Journalismus, von überlegten und recherchierten Berichten. 

Ich kann es nur nicht verstehen, warum sich "Nachrichten" immer mehr wie Tweets von hysterischen Jugendlichen lesen, warum jedes Ereignis auch bei renomierten Magazinen wie dem Spiegel im Minutentakt geupdated werden muss und warum man durch eine solche Medienhetze und Aufblasung Rufmord an Personen wie Strauss-Kahn begeht.

Denn obwohl noch lange nicht klar ist, was der Mann gemacht hat oder ob er überhaupt etwas gemacht hat, weiß man schon jetzt: Sein Ruf ist im Eimer und seine Kandidatur kann er im Prinzip auch vergessen. So haben die Medien innerhalb von zwei Tagen die Träume eines Mannes zerstört, ohne irgendwelche Gründe dafür zu haben. 
Denn auch wenn am Ende herauskommt, dass Kahn freigesprochen wird, bleibt wohl bei allen ein bitterer Nachgeschmack und Feinde, Verschwörungstheoretiker oder einfach Skeptiker werden immer wieder auf Ungereimtheiten pochen.

Aber hey, schön zu wissen, dass er nicht für eine Millionen frei darf, weil Fluchtgefahr besteht, oder dass er jetzt auf der Gefägnisinsel New Alcatraz sein Dasein fristen darf, oder dass nun angeblich Spermaspuren im Hotelzimmer gefunden worden sind. Doch wenn ich ehrlich bin interessiert mich das alles keinen feuchten Kericht, solange nicht bewiesen ist, dass der Mann etwas falsches und/oder schlimmes getan hat!

So einfach kann man einen Mann zu Fall bringen. Und hier gilt entgegen zum eigentlichen Prinzip sogar: Je mächtiger das Opfer desto leichter das Vorgehen, denn umso mächtiger die Person ist, umso mehr Medieninteresse haftet ihr an.

Aber hey, immerhin freut sich Sarkozy. Komische Welt.

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