Donnerstag, 14. Juli 2011

Der Mensch als Diener der Maschine

Danizel Suarez ist eigentlich Software-Entwickler gewesen und in der englischen Netzkultur als Cyberpunker bekannt.

2006 hat er aber im Eigenverlag sein Buch Daemon in Amerika herausgebracht. Er schickte das Buch an viele bedeutende Personen der Tech-Welt und wurde so schnell berühmt. Sein Buch, vorher vom Verlag abgelehnt, da es zu lang sei, wurde nun gewürdigt und bei Dutton verlegt. Seit Anfang 2010 gibt es das Buch auch in Deutschland, ebenso wie den Nachfolger Darknet.

Doch worum gehts eigentlich und vor allem: Warum blogge ich darüber?
Weil Daemon eines der bemerkenswertesten Bücher ist, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Obwohl es ein Science-Fiction Buch mit viel Technik-Krams ist, bleibt es stets verständlich und nachvollziehbar und vor allem erscheint alles, was Suarez beschreibt, durchaus im Bereich des Möglichen!

Doch fangen wir simpel an: In Daemon geht es um einen Daemon. Ein Programm, das im Hintergrund abläuft und im Falle des Buches durch den Tod seines Schöpfers Matthew Sobol gestartet wird. Dieses Programm vollführt nach seinem Tod die Pläne des Genies aus und ersetzt so auf Dauer nicht nur eine, sondern alle Regierungen. Es macht sich Menschen untertan und lässt die Welt wie ein Spiel funktionieren.

Dabei schafft Suarez es, einerseits viel Technik-Gelaber einzubringen, ohne langweilig zu werden, andererseits vor allem eine extreme Spannung einzuarbeiten, indem er zwischen vielen Personen hin und her wechselt und den Daemon von allen Seiten beleuchtet. Am Ende wird dem Leser klar: Das ist verdammt kranker Scheiß, den ich da gerade gelesen habe! Andererseits wird einem bewusst: Genau so könnte es in Wirklichkeit passieren. Wenn Intelligenz, Technik und finanzielle Mittel sich treffen, kann eine unglaubliche Macht mit einer unglaublich starken Eigendynamik freigesetzt werden und diese Eigendynamik wird in Daemon so gut beschrieben, wie man es sich kaum vorstellen kann.


Ich habe die ersten 100 Seiten dieses Buches in einigen Tagen gelesen, die letzten 520 an einem Tag, das sagt schon eine Menge über Suarez‘ Schreibkünste aus. Kosten tut der Spaß, dem Taschenbuch sei Dank, nur 10€, also: ZUSCHLAGEN!


PS: Empfohlen hat mir das Buch übrigens der freundliche Arno von Bytewriter :)

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