Donnerstag, 2. Februar 2012

First World Problems!

Jeder kennt sie und jeder Leser dieses Blogs wird wohl auch welche haben:

First World Problems.

Heute durfte ich eine ganz schlimme Kategorie beobachten. Meine Kommilitonen und ich rotteten uns um 8:30 gähnend und von der Kälte geschunden zur letzten Vorlesung des Semesters zusammen und warteten auf den Start. Als es dann losging langweilte sich zwar der Großteil, versuchte aber immerhin die Augen und Ohren offen zu halten. Anders ein junger Kerl zwei Reihen vor mir.

Nachdem er genüsslich seinen Apfel verspeist und ein paar Schlücke seines Heißgetränkes konsumiert hatte ging er dazu über mit seinem iPad 2(natürlich mit Original Falt-Hülle) die wichtigen Seiten (Also neben Facebook natürlich die Financial Times Deutschland, die Wirtschaftswoche und das Handelsblatt) auf Neuigkeiten zu durchforsten. Nach ca. einer Stunde war er durch und auch seine Nachbarn hatten die Nase voll davon immer ein Hochglanzdisplay mit belanglosen Nachrichten vors Gesicht gedrückt zu bekommen. Nach einem schnellen Blick auf die Uhr befand der Student aber dass die verbleibenden 20 Minuten Vorlesung zu viel Stoff für ihn seien und suchte sich eine neue Beschäftigung. Gesucht, gefunden, er stellte sich ein Rätsel: Wie befestigt man seinen iPod Nano am geschicktesten an seinen Beats by Dr. Dre-Kopfhörern von Monster?

Das klingt banal, ist es aber ganz und gar nicht. Erstmal muss man prüfen an welcher Stelle der Kopfhörer die passende Materialdicke aufweist, um ein Anklippen des MP3-Players überhaupt zu ermöglichen. Dann müssen neben Komforteigenschaften natürlich auch das Aussehen und die Bedienbarkeit in Betracht gezogen werden. 
Als er eine in seinen Augen geeignete Position gefunden, seinen Nachbarn präsentiert hatte und offenbar keine Kritik erhielt zog er seine Konstruktion auf und hörte ein wenig Probe (wohlgemerkt in der dritten Reihe eines denkbar kleinen Vorlesungssaals), nur um schnell zu merken, dass er die wahre Krux tatsächlich noch nicht gelöst hatte: Wohin mit dem Kabel (immerhin 1,60 lang soweit ich informiert bin)? Er begann vermutlich gerade fleißig nachzudenken, doch zu einer Lösung kam es nicht mehr: Ehe er dieses knifflige Problem in den Griff bekam war die Vorlesung auch schon vorbei und er verstaute alle seine Gadgets in den Tiefen seiner Tasche.

Was auch immer man da jetzt von halten möchte, ich verstehe nicht, warum man seinen Kadaver um 08:30 zur Uni schleppt um dann in der einzigen Vorlesung am gesamten Tag keine Sekunde zuzuhören. Warum dann nicht einfach zu Hause bleiben, zumal es der letzte Vorlesungstag war? Vielleicht um das Gewissen zu befriedigen? Vielleicht weil er noch bei seinen Eltern wohnt, die ihn aus dem Haus gescheucht haben da er nicht schwänzen soll? Ich weiß es nicht und ich werde ihn auch nicht fragen, aber ich danke ihm von Herzen dafür meine Vorlesung heute ein wenig versüßt zu haben und wollte euch natürlich an dieser Freude teilhaben lassen.

Obendrauf muss ich sagen diese Beats Kopfhörer klingen echt besser als sie aussehen, da kann man schonmal neidisch werden!

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